Philosophie → Eine zentrale Idee

  • „Sie sagen, so eine Mischung wie mich kann es auf dem Amtsblatt, in den Gesetzestexten gar nicht geben. Sie sagen, ich soll mich entscheiden. Aber für mich ist es so, als ob ich mich zwischen Vater und Mutter entscheiden müsste.“ (P.)

  • „Wir müssen eine neue Geschichte, eine neue Erzählung beginnen über Iran und die Iraner. Eine Erzählung, die auch die zweite und dritte Generation erreicht.“ (Golineh)

Die Geschichte der iranischen Community in Deutschland reicht über dreißig Jahre zurück. Bis jetzt gibt es keinen übergreifenden Dachverband, keine Stiftung, die die Stimmen in der Diaspora hier vereint und sie in die deutsche Gesellschaft und Kulturlandschaft einbringt. Der DIWAN ist ein allererster Schritt hin zu einer bundesweiten Kulturstiftung.

Gerade im Raum Köln-Bonn-Düsseldorf-Dortmund, wo Tausende Iranerinnen und Iraner leben, ist dieser Mangel besonders sichtbar. Es gibt zwar eine Vielzahl (meist politisch orientierter) Interessenverbände oder kleine Nischengruppen. Doch es fehlt ein gemeinsamer Nenner, ein zentraler Ansprechpartner – ein Verein und ein Haus, das Menschen iranischer Herkunft aller Generationen zusammenbringt, und sie mit Deutschen zusammenführt. Diesen Raum bereitzustellen und mit Leben zu füllen ist unser primäres Ziel.

Wir legen aber auch – langfristig - den Grundstein für deutschlandweite und europäische Aktivitäten: Sommercamps mit Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland, Tourneen von Künstlern oder gar Kulturfestivals mit deutschen Partner-Institutionen, und feste Jahrestreffen iranischer und iranischstämmiger Studierender in Europa.

Unser Verein spricht junge Iranerinnen und Iraner der zweiten Generation an, und der ersten Generation, die aus ihrer Vergangenheit nicht die Asche, sondern das Feuer gerettet haben. Im DIWAN treffen sich Deutsch-Iraner, neugierige Deutsche und Nicht-Iraner, aber auch gerade angekommene iranische Studierende und Intellektuelle.

Der DIWAN ist und bleibt ein Ort jenseits politischer, religiöser und ideologischer Differenzen. Der DIWAN regt an, über das eigene Denken nachzudenken, und zwischen den Kulturen zu übersetzen. Er lädt ein zum Erleben der Gemeinsamkeit hinter allen Unterschieden. Er lädt ein zu kritischer Reflexion und zu einem offenen Geist.


Die Zweifler und die Mutigen

Nun werden manche vielleicht sagen: „Das ist schwierig!“ oder „Das ist unmöglich!“. Sie werden Zweifel anmelden und Skepsis zeigen. Das gehört dazu. Sie werden sagen, dass so ein Projekt niemals klappen wird. Schließlich hat jeder von uns sein Leben, seine Familie, seinen Partner, seinen Beruf, seine Karriere, seine Freunde – wie geht es denn da überhaupt, noch Zeit für den DIWAN zu finden? – Die Antwort ist einfach: Indem jeder eben so viel Zeit einbringt, wie er oder sie kann und möchte. Dann ist es eine Bereicherung.

Einer alleine kann kein Haus bauen. Aber viele zupackende Hände schon. Viele von uns haben festgestellt, dass soziales Engagement, gemeinsames Planen, Diskutieren und Realisieren von Projekten Spaß macht und Freude bringt. Uns wachsen lässt. Deshalb richten wir unseren Blick auf unsere Chancen und Möglichkeiten. Fehler der Vergangenheit werden nicht verneint, sondern wir wollen aus ihnen lernen.
Wir glauben an uns. Und wir glauben an Community-Building – an den Aufbau einer Gemeinschaft.